Marketing für Algorithmen nervt. Marketing für Menschen gewinnt. Punkt.

Es gibt im Marketing einen Trend, der mich seit Jahren begleitet und ehrlicherweise immer mehr nervt: Wir optimieren nicht mehr für Menschen, sondern für Algorithmen.
Früher war es SEO. Heute sind es Social-Media-Plattformen,Engagement-Signale und vermeintliche „Hacks“, um Reichweite zu erzwingen. Das Ergebnis: Inhalte, die technisch clever, aber menschlich anstrengend sind.
Hier sind drei aktuelle Beispiele, die zeigen, wie sehr Marketing manchmal am Ziel vorbeischießt.

1️⃣ „Link im ersten Kommentar“ – der Klassiker ohne Mehrwert
LinkedIn. Facebook. Überall das gleiche Spiel: „Den Link zum Artikel findest Du im ersten Kommentar 👇“

Warum? Weil der Algorithmus angeblich externe Links im Post abstraft.

Was es für Menschen bedeutet:

  • Extra scrollen
  • Extra klicken
  • Extra suchen

Und manchmal… gar nichts finden

Das Lustige daran: Es macht inzwischen jeder. Der „Trick“ ist keiner mehr – aber wir tun alle so, als wäre er revolutionär.

👉 Optimiert für den Algorithmus
❌ Schlecht für die Nutzererfahrung

2️⃣ TikTok & Reels: „Drück auf Plus“, „Folge mir“, „Teil 2 kommt morgen“
Ich mag TikTok. Wirklich. Aber was mich dort regelmäßig wirklich nervt:

Call-to-Actions mitten im Video, Oder direkt am Anfang, Oder am Ende, Oder alles zusammen:

  • „Folge mir für Teil 2.“
  • „Drück auf Plus.“
  • „Like, wenn Du das kennst.“

Das Problem ist nicht der CTA. Das Problem ist, dass er wichtiger wird als der Inhalt.

Wenn ich merke, dass mir gerade etwas nicht gesagt wird, damit ich interagiere, bin ich raus.

👉 Algorithmus happy ❌ Vertrauen kaputt

@marcelrichterberlin

#ThankYou2025 – Jahresrückblick 2025 #Recap ückblick blick #Review #Recap

♬ clocks – ‍

3️⃣ LinkedIn Engagement-Bait: „Kommentiere mit XYZ und ich schicke Dir…“
Mein persönlicher Favorit 🙃

  • „Kommentiere mit GUIDE und ich schicke Dir die exklusive PDF.“ Oder:
  • „Schreib JA in die Kommentare.“ Oder:
  • „Nur für die ersten 50 Kommentare!“

Was danach passiert:

Du bekommst eine DM, Oft automatisiert, Manchmal mit Pitch, Fast immer ohne echten Mehrwert

  • Das ist kein Networking.
  • Das ist kein Community-Building.
  • Das ist Spam mit LinkedIn-Siegel.

👉 Engagement hoch ❌ Beziehung niedrig

Das eigentliche Problem
All diese Beispiele haben eines gemeinsam:

Sie sind nicht böse gemeint. Sie entstehen aus dem Wunsch nach Reichweite.

Aber sie zeigen: Wir denken zuerst an den Algorithmus und erst dann an die Menschen.

Ich bin überzeugt:

  • Algorithmen werden schlauer.
  • KI erkennt Muster.
  • Und irgendwann werden genau diese Tricks nicht mehr belohnt, sondern ignoriert oder abgestraft.

Was dann bleibt, ist das, was schon immer funktioniert hat:

  • Ehrliche Inhalte
  • Klare Aussagen
  • Respekt für die Zeit der Leser

Marketing, das sich gut, nicht clever anfühlt

Mein persönlicher Anspruch
Ich optimiere gern. Ich liebe Performance. = Aber nicht auf Kosten der Nutzererfahrung.

Marketing darf messbar sein. Aber es sollte immer zuerst für Menschen gemacht werden.

Alles andere ist kurzfristig – und austauschbar.